Thursday, 8. January 2004
Beuys - Ja, Ja, Ja, Ja...Nee, Nee, Nee, Nee...
Cool...das legendäre Happening von Joseph Beuys kann man als MP3 herunterladen. (89 MB). Entdeckt via Sofa



Meine Story dazu:
Mein Kunstlehrer in der Schule war ehemaliger Beuys-Schüler und besaß somit eine numerrierte Original Schallplatte (die schweineteuer war - 12 pages (n.page), 30cm, 33RPM, n.d.(1970), limited edition of 500, numbered and stamped) der Aufnahme. Während einer Kunst Projektwoche, bei der wir unter anderem die "Monotonie beim Fahrradfahren" erlernten - in dem wir einen ganzen Tag eine immergleiche Kreisstrecke mit einem Stück Seife auf dem Gepäckträger in einem Waldstück bei Bonn fuhren - kam ich auch mit dieser Beuys Aufnahme in Berührung.

Im angemieteten Atelier des Kunstlehrers legten wir uns auf den Boden und lauschten in Ruhe der gesammten Aufnahme. Das muss so 1989, zwei Jahre vor meinem Abi, gewesen sein...war schon strange und monoton...aber damals erwachte mein Interesse an Fluxus...

Zitat:
In dem Aufsatz "Wie das Stück entstand“ berichtet Stüttgen von einem Besuch bei Beuys. Die Professorenkollegen hatten soeben (22.11.1968) gegen ihn das Mißtrauensmanifest publiziert. Beuys, so berichtet Stüttgen weiter, kam von einer Beerdigung am Niederrhein. Statt über die akademisch-politische Lage zu sprechen, erzählte er mit Vergnügen, daß beim Totenkaffee lauter alte Frauen um den Tisch gesessen und immer den gleichen "Sermon“ pausenlos und stundenlang gemurmelt hätten: "Ja Ja Nee Nee“.

Das sind genau die gleichen Unterhaltungen, die man heutzutage von älteren Leute an der Aldikasse hören kann: "Wie isset?", "Ja, Ja, Ja, Ja...muss", " Un der Vattter?", "Ja Ja Ja Ja", "Haste jehört, de Brijitte is im Krankehuus?", "Ach, nee, nee, nee, nee", "Machet jut dann, ne!", "Ja, Ja, Ja, Ja, Ja"...

Infos:
JOSEPH BEUYS -- JA JA JA JA JA, NEE NEE NEE NEE NEE, 1968. Konzept, Ausführung und Stimme: Joseph Beuys. Beteiligung: Johannes Stüttgen, Henning Christiansen. Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, 14. Dezember 1968, Raum 19. Spielzeit: 64’53’’.

http://www.beuys.de/
http://www.joseph-beuys-photos.de