Wednesday, 3. August 2005
Pitch und Patch - Das große Ganze.
Können Sie auch altweiß? Oder die Kunst einen Pitch durchzuführen.. Klasse Text, der zeigt, wie absurd diese Pitch-Geschichte (auch "Ausschreibung" genannt) doch ist.

Erik Spiekermann schreibt dazu übrigens:

"Immer wieder lese ich: „...aus einem Pitch um den Etat für ... ging ... siegreich hervor...“ Wie gerät das Wort „siegreich“ dort hinein? Ein Pitch ist eine Vorstellung von Entwürfen im Wettbewerb unter mehreren Agenturen bzw Büros.

[...]

In Wirklichkeit ist es aber so, als ginge der Auftraggeber nacheinander in mehrere Restaurants, esse von jedem Tellerchen ein wenig und erkläre anschließend, er habe jetzt keinen Hunger mehr und bezahle nichts, weil ja kein Gericht seinem Geschmack entsprach.

Wer also an einem Pitch teilnimmt, bei dem Entwürfe zu einem Bruchteil des Wertes verkauft – sprich: verschenkt – werden, den sie eigentlich wert sind, ist ein dreifacher Versager.

[...]

Wer sich hingegen mit einigen Designern über die Aufgabe ausführlich unterhält, braucht keinen Pitch mehr. Er weiss dann, wem er vertrauen kann.

Warum meinen aber immer mehr Auftraggeber, sie müssten „pitchen“ lassen und viele Designer, sie müssten teilnehmen? Weil Dummheit, Faulheit, Eitelkeit und Feigheit – die vier apokalyptischen Reiter des Gewerbes – so heftig mit den Hufen trampeln, dass der Vernunft schwarz vor Augen wird, pechschwarz."

via Ulf.

Edit: Weit verbreitet ist übrigens auch die Unsitte von Agenturen, Freelancer kurzfristig Entwürfe für umme machen zu lassen, um die Ideen dann von billigen Praktikanten umsetzen zu lassen. ;)