
Mit Kool Fellas, Ltd. erscheint Ende Oktober das dritte Buch von Dirk „The Pixeleye” Behlau. Wir haben Ihn getroffen und konnten, neben den Antworten auf unsere Fragen, auch gleich noch zwei signierte Exemplare zum Verlosen ergattern.
Hallo Dirk, vielleicht stellst du dich am besten einmal selbst vor.
Ich heisse Dirk Behlau aka The Pixeleye, geboren 1971, und bin seit mehr als zehn Jahren selbständig mit meinem Designstudio „Pixeleye Interaktive”. Thematisch decke ich dabei die ganze Bandbreite ab – von Grafik Design über Produkt Design, Fotografie, Public Relation usw. Ich fotografiere u.a. weltweit für allerlei Lifestyle-, Hot Rod- und Musik-Magazine, bin der Haus- und Hof-Fotograf u.a. für die finnische Rockband Leningrad Cowboys und West Coast Choppers in Europa. Weiterhin gibt es eine eigens von mir entwickelte Rock’n'Roll Biermarke namens Hell Yeah Beer, mittlerweile drei eigene Bücher, zwei Burger King Restaurants in der Schweiz mit meinen Hot Rod-Fotos, eine iPhone Applikation und vieles mehr. Primär arbeite ich im Rock’n'Roll Sektor mit all seinen Facetten, breche aber auch regelmäßig aus um Business Projekte umzusetzen. So wurde u.a. dieses Jahr Torwartlegende Sepp Maier von mir für eine Biermarke in Szene gesetzt.
Wie sieht denn ein Tag im Leben von Dirk Behlau normalerweise aus?
Den typischen Tag gibt es so nicht. :) Das ist sehr verschieden, manchmal bin ich ein paar Tage am Stück im Studio, manchmal 4 Tage nur unterwegs, meine Arbeitswoche hat eh 7 Tage und ist fließend — ich unterscheide nicht wirklich zwischen Freizeit und Arbeit, weil ich das was ich mache auch nicht als Arbeit bezeichnen würde. Ich bin viel auf speziellen Events und Musikfestivals für die ich gebucht werde. Das Schönste ist mit interessanten Menschen zu arbeiten und diese kennenzulernen. Ich kann sehr viel hinter die Kulissen blicken. Die meisten Rockstars sind ganz entspannte Personen, die jemanden als Dienstleister haben wollen, auf den sie sich verlassen können.
Kool Lifestyle, was ist das?
Der Begriff steht für alles was für mich rockt, sprich alle möglichen Themen wie amerikanische Autos, glamouröse Pin-Ups, lauter Rock’n'Roll, Lowbrow Art usw. Das „K” kommt dabei von Kustom Kulture, also sowas wie individuelle Kultur.
Kool Fellas, Ltd. ist ja jetzt schon dein drittes Buch zum Thema. Wie kam es, dass du dich gerade auf diese Szene spezialisiert hast?
Das ist ganz natürlich gewachsen. Angefangen hat es mit amerikanischen Autos im allgemeinen und Drag Racing, nach und nach bin ich immer tiefer in die Kustom Kulture-/Hot Rod-Szene eingetaucht. Die Szene und die Leute sind real und echt. Die Kustom Kulture-Szene enthält so viel Spannendes: Karren, Bikes, Kunst, Pin-ups, Rock’n'Roll — es passt einfach perfekt zu meinen Interessen und ich mag den Look und den Stil. Wenn ich beispielsweise auf ein Hot Rod-Treffen fahre, so ist dies in erster Linie um Spaß mit Freunden und befreundeten Künstlern aus aller Welt zu haben, Ideen auszutauschen und auf die Kacke zu hauen. Fotos mache ich nur so nebenbei — das ergibt sich alles von alleine. Würde ich nur auf solche Events fahren um zu fotografieren und abends wieder nach Hause fahren, würde mich das spätestens nach ein paar Veranstaltungen total anöden und ich würde bei Weitem nicht die Einblicke bekommen, die ich in meinen Fotografien festhalte. Man muss schon tief mit Freunden drin stecken, um langfristig Spaß zu haben. Von daher bin ich nicht nur Beobachter sondern ein Teil davon.
Kool Fellas, Ltd. ist quasi die Fortsetzung zum letzten Fotoband Hotrod Empire, Inc., der vor zwei Jahren erschienen ist und auch wieder ganz anders. Dieses Mal geht es um oldstyle Hot Rods, Custombikes, Tattoo Artists, Kustom Kulture und natürlich Menschen. Leute die ich beispielsweise in Finnland, Italien, USA, Schweiz, Deutschland und Belgien getroffen habe — Momentaufnahmen, Stimmungen, spezielle Situationen denen ich beiwohnen durfte — alles im typischen Pixeleye-Stil, liebevoll gestaltet und voller Leidenschaft. Ein Buch für Freunde schöner, besonderer Momente.
Ist die Szene in Deutschland groß?
Was genau ist die Szene? Wenn wir von der old-style Hot Rod-/Kustom Kulture-Szene sprechen beschränkt sich das nicht auf Deutschland sondern eher ganz Europa bzw. USA und Japan. Beim harten Kern kennt quasi jeder jeden und es findet ein regelmäßiger Austausch unter den Künstlern statt. Wo will man da den Strich ziehen? Die Szene setzt sich zusammen aus Hot Roddern, Künstlern, Musikern, Rock’n'Roll Interessierten und vielen mehr. Das lässt sich schwer auf eine Zahl fest machen. Zum größten Kustom Kulture Event in Bottrop (Bottrop Kustom Kulture) einmal im Jahr kommen etwa 6000 Leute.
Jesse James, der das Vorwort zum Buch geschrieben hat, ist ja bei uns eher durch die Boulevardpresse bekannt. Woher kennt ihr euch? Hast du ihn einfach gefragt ob er es schreiben würde?
Naja, das würde ich so nicht unterschreiben. Jesse James als Boss von West Coast Choppers aus Los Angeles ist der bekannteste Custombike-Bauer der Welt und genießt einfach in der Auto- und Bike-Szene einen sehr guten Ruf. Zudem gehört ihm auch ein sehr bekannter Hot Rod Speed Shop, der Austin Speed Shop in Texas und die Modemarke mit dem bekannten WCC Iron-Cross ist sicherlich noch populärer als die exklusiven Bikes die er baut. Ich habe Jesse James vor zwei Jahren mal geshootet und ihm mein erstes Buch gegeben, zudem hat er mein zweites Buch in seinem „Garage Magazine” regelrecht abgefeiert so dass ich ihn einfach mal kontaktiert habe — ich bin ziemlich stolz darauf, dass er zugesagt hat und Teil des Buches ist.
Gibt es Fotografen die dich und deine Arbeit inspirieren?
Da könnte ich jetzt spontan keine Namen nennen — ich bin eher von Filmemachern wie Stanley Kubrick, Russ Meyer oder Quentin Tarantino inspiriert. Ich versuche oft meine Fotos als Momentaufnahme eines Filmes zu gestalten.
Du bist ja auch der offizielle Fotograf der Leningrad Cowboys für La Carrera Panamericana und in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei, wie muss man sich das Rennen und die Leute dort vorstellen?
Hart, staubig und ohne Schlaf haha. Es ist schweineheiss, man ist den ganzen Tag on the road und es passiert dauernd irgendetwas. Kann man kaum erklären, man muss das schon selbst erleben. Wir drehen auch dieses Jahr wieder viel Material, so dass wir hoffentlich genug verwertbares Bewegtbildmaterial haben, um daraus eine Art Roadmovie zu machen. Der Chef der Cowboys Sakke führt den 1965 Ford Mustang Fastback zusammen mit seinem Co-Piloten, ich werde im Begleitfahrzeug sitzen und das alles einfangen. Insgesamt bin ich zwei Wochen in Mexiko mit den Jungs, davon ist eine Woche das eigentliche Rennen.
Jemand der, wie du, in seinem Bereich schon so viel erreicht hat, was hat der für Pläne die nächsten Jahre?
Ich mache nie gross Pläne, das bringt sowieso nichts. Die meisten Sachen passieren einfach und es gibt noch soviel spannende Themen zu entdecken. Nächstes Jahr geht’s u.a. nach Finnland für die Leningrad Cowboys neue Fotos fürs nächste Album shooten, für zwei Wochen nach Kalifornien für ein neues Buch, nach Dänemark sowie nach Japan zur Yokohama Moon Eyes Show. Vieles passiert auch völlig spontan und überraschend.
Wir danken Dirk für das Interview und verlosen zwei signierte Exemplare seines neuen Buches unter allen die in den nächsten sieben Tagen etwas in den Comments schreiben. Das Buch selbst ist ab Ende Oktober erhältlich, kann aber jetzt schon bei Dirk, signiert und mit Extra Sticker Pack, vorbestellt werden. In Kürze wird das Buch auch bei amazon.de vorbestellbar sein.
http://www.designmadeingermany.de/blog/dirk-behlau-kool-fellas-ltd/
http://www.koolfellas.com