
Der Mythos USA – auf vier Rädern
Lassen sich Metall, Schmierfett, Schrauben und abgefahrene Reifen so fotografieren, dass man sie gerne anschaut? Und ob! Zumal wenn der Fotograf Dirk Behlau heißt.
Der treibt sich seit Jahren in der europäischen Hotrod-Szene herum: Der Kult um die stilvollen alten Autos kommt aus den USA. Wörtlich übersetzt bedeutet „Hotrod“ so viel wie „heißes Pleuel“ und meint Autos, die vor allem in den Vierzigerjahren in den USA gebaut wurden und die von Liebhabern gepflegt, modifiziert und ja, auch schneller gemacht werden. Anfänge der Bewegung finden sich in den USA bereits in den Zwanzigerjahren, nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein echter Kult – auch in Europa. Rund um die meist Autos ist eine lebendige Szene mit Rock’n’Roll-Musik, Mode – und eben auch Fotografie entstanden. „Hot-Rod“ steht zudem für den Mythos USA, für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, für die Chancen, es vom Tellerwäscher zum Präsidenten zu bringen.
Behlaus Aufnahmen, die er durch geschickte Nachbearbeitung älter erscheinen lässt, erzählen, dass diese länderübergreifend geträumt werden. Der Wechsel von großzügigen Aufnahmen mit Detailstudien fängt den besonderen Charme der Mischung von alten Autos und jugendlicher Lebensfreude sehr sehenswert ein.
Dirk Behlau: „Hotrod Empire“. Huber Verlag,
Mannheim, 128 Seiten;
29,90 Euro.
www.hotrodempire.de