Am Ende des Jahres 1976 waren die Sex Pistols bei dem Label EMI unter Vetrag und dort wurde am 27. November ihre Single „Anarchy In The UK“ veröffentlicht. Eine Woche nach deren Veröffentlichung, am 1. Dezember, zog die EMI-Gruppe Queen ihren Auftritt in der von Bill Grundy moderierten regionalen Londoner Fernsehshow „Thames Today“ zurück. Statt dessen wurden die Sex Pistols eingeladen.
An dem Interview nahmen sowohl die vier Sex Pistols John Lydon, Steve Jones, Glen Matlock und Paul Cook als auch eine Gruppe von „Fans“ Siouxsie Sioux, Simone Thomas, Steve Severin und Simon Barker teil. Vor der Sendung war Punk nur „schlechte“ Musik, nachher das Medien-Thema. Ein angetrunkener Grundy provozierte die Acht und bekam entsprechende Antworten mit Schimpfwörtern und Grimassen.
Betrachtet man das Interview aus der heutigen Sicht, war es recht hamlos, damals im stockkonservativen England löste es einen Skandal aus. Am nächsten Morgen häuften sich die Schlagzeilen; es wurde sogar von einem Mann berichtet, der so entrüstet darüber war, dass sein Sohn Schimpfwörter mit anhören musste, dass er den Bildschirm seines Fernsehers kaputttrat. Am nächstem Tag wurde bekanntgegeben, dass Bill Grundy wegen eines „groben Fehlers in der Beurteilung“ für zwei Wochen suspendiert worden war. Doch auch für die Sex Pistols hatte es Folgen: 13 von 19 Tour-Daten wurden abgesagt, die meisten kommerziellen Radio-Stationen spielten keine Pistols-Platten mehr, große Platten-Läden stoppten den Verkauf der Single und EMI stieg aus dem Vertrag mit den Pistols aus. via